Dank einer eitrigen Angina hatte ich letzte Woche Zeit, mich der Lektüre von PR im Social Web. Das Handbuch für Kommunikationsprofis zu widmen. Geschrieben haben es Marie-Christine Schindler und Tapio Liller. Aufmerksam wurde ich auf den PR-Leitfaden übrigens durch eine lobende Rezension der von mir geschätzten Medienjournalistin Ulrike Langer, die ich per RSS-Feed erhielt. (Auch ein Beispiel für erfolgreiche PR-Aktivität im Social Web.)
Genug der Vorrede: PR im Social Web ist nicht nur für internetausdruckende Hauptstadtjournalisten, sondern auch für erfahrene Social Media Nutzer ein Gewinn. Warum? Weil es nicht mit dem (offensichtlich reichlich vorhandenen) Insiderwissen protzt, sondern die einzelnen Facetten des Social Web im Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit strukturiert aufschlüsselt – und dabei auf Marketing-Chinesisch weitestgehend verzichtet. Dennoch überrascht das Buch einen gestandenen Texter wie mich immer wieder mit Bonmots, die wichtige Erkenntnisse des Social Media Phänomens in klarem Deutsch auf den Punkt bringen. Hier ein paar Leckerbissen:
Kaum zu glauben, aber wahr: Laut einer aktuellen Studie an der Uni Duisburg-Essen enthält jede achte Trinkwasser-Leitung gesundheitsgefährdende Keime. In 13 Prozent der Leitungen befinden sich Legionellen im Trinkwasser, in 3 Prozent Pseudomonas-Bakterien.
Für gesunde Menschen ist das kein großes Problem; für kranke Menschen in Krankenhäusern oder Altenheimen können die Keime im Trinkwasser jedoch lebensgefährlich sein. Darum hat Kemper aus Olpe ein Hygienesystem entwickelt, mit dem Stagnation in der Trinkwasser-Installation, die Hauptursache der Verkeimung, vermieden werden kann. Pünktlich zur ISH wurde eine neue Microsite mit Informationen für Betreiber, Planer und Installateure online gestellt.
Youtube, Twitter, Facebook, Xing – das sind für die Krones AG keine Böhmischen Dörfer, sondern Kanäle, über die sie den Dialog mit ihren Kunden suchen, sich als Arbeitgebermarke präsentieren oder auch einfach nur zuhören und Feedback sammeln. Darüber hinaus werden alle Multimedia-Inhalte in moderner Form im Krones Magazin und alle aktulle Nachrichten gebündelt in einem Newsroom präsentiert.
Meiner Meinung nach ist das Social Media Engagement von Krones beispielhaft für die B2B-Branche. Es zeigt, wie man auch mit begrenzten Ressourcen viel erreichen kann, wenn man nur lernt, die Geschichten, die tagtäglich im Unternehmen entstehen, "raus" zu lassen.
Tja, so ist das mit den Sozialen Medien: Man kann mit wenig Aufwand viele Menschen erreichen. Wenn man einen Fehler macht, was bei dem schnellen Medium auf Dauer unvermeidlich ist, bekommen das natürlich auch umso mehr Menschen mit.
Heute ist unserem Regierungssprecher Steffen Seibert ein solches Missgeschick passiert. Seit einiger Zeit twittert dieser trotz Widerstand der Hauptstadtjournalisten mit großem Erfolg. Heute ist ihm allerdings ein folgenschwerer Vertipper unterlaufen.
Er geht mit dem Fehler aber ganz cool um und schickt einfach eine Richtigstellung hinterher. Weiterlesen »