Das Internet wird immer selbstverständlicher Teil unseres Alltags. Dank Web 2.0, dem Jeder-kann-mitmachen-Web, steigt die Zahl der Veröffentlichungen rasant an. Mehr Bilder, mehr Texte, mehr Video. Werden wir uns getreu dem Motto "Viel hilft viel" bald selbst durch eine Informations-Überflutung ausbremsen?
Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Handy? Ihren ersten Computer? Oder den Tag, als Sie zum ersten Mal eine dreistellige Nummer per Fernbedienung eingegeben haben, um nach langem Warten eine Videotext-Tafel zu betrachten? Viel ist seitdem passiert. Über die Kommunikations-Knochen von damals kann man heute nur lachen und die einstige Super-Maschine C64 ist schon längst museumsreif. Gehen wir noch weiter zurück. Da stand Wissen noch auf Papier und man musste sich Bücher kaufen oder Zeitung lesen, um auf dem neusten Stand zu bleiben. Ja, liebe Kinder, so war das früher.
Und heute? Bunter, schneller, weiter. Und mehr! Nummer 5 (der mittlerweile auch schon 13 Jahre auf dem schrottigen Metalbuckel hat) wäre entzückt: „Input! Input! Input!“. Aber was ist mit uns? Den Angehörigen der Spezies Mensch. Eben jene mit den doch viel zu beschränkten Gehirnen –und ich spreche hier nicht vom Dschungelcamp. Wer kann bei dieser Flut von Informationen, die regelmäßig über TV, Internet und Handy über uns hereinbricht, noch den Überblick behalten? Und der Informations-Tsunami wird größer. Die Größenbeschränkungen bei Flickr und Youtube fallen und ermöglichen es, immer mehr Informationen bereit zu stellen. Aus technischer Sicht scheinen alle (Speicher-)Probleme langsam aber sicher zu fallen.
Auf der anderen Seite lässt sich ein Trend erkennen, der sich ganz offensichtlich die Weniger-Ist-Mehr-Parole auf die Fahne geschrieben hat. Schön, dass wir heutzutage unbegrenzt bei Blogger oder WordPress texten können. Aber die wahre Kunst ist es, mit knappen Sätzen auf den Punkt zu kommen. Wie wäre es z.B. mit 140 Zeichen? Der neuste Trend heißt Micro-Blogging. Wer meine bisherigen Blog-Artikel verfolgt hat, weiß was folgt: Twitter. Laut eigenen Angaben konnte die Twitter-Gemeinde im letzten Jahr einen Zuwachs von 900% erzielen! Und Twitter ist nur einer der vielen Micro-Blogging-Dienste. Ein weiterer Verfechter der Weniger-ist-Mehr-Philosophie ist 12seconds. Der Name verrät, dass hier kein Platz für sinnloses Rumgeschwafel bleibt. 12 Sekunden; länger darf das eigene Video nicht sein. Ganz offensichtlich gibt es Menschen, die daran interessiert sind, sich selbst Grenzen vorzuschreiben. Selbst Gerade in einer Zeit, in der die Technik dies nicht mehr tut.
Bleibt die Frage, was besser ist. Wer wird im Duell Kurz-und-gut vs. Viel-hilft-viel die Nase wohl vorne haben? Dies bleibt wohl Geschmackssache. Bei mir triumphiert zurzeit die In-der-Kürze-liegt-die-Würze-Fraktion. Technikfeindlich? Ich denke nicht. Es muss ja nicht gleich wieder der gute alte Commodore sein. Verschieben wir in einer Zeit, in der technische Barrieren fallen, doch wieder das Verhältnis von Qualität und Quantität zur erst genannten.
Ob da noch Platz für eine neue Geschäftsidee wäre? Flickr in 16 Farben; ITunes in 3 Akkorden…
Ideen für Killerapplikation werden gerne entgegen genommen…
Wie wäre es mit einer großen kleinen Wissensdatenbank?
Die Idee: Jeder -ja jeder- kann einbeliebiges Thema in max 140 Zeichen erklären. Die Nutzer stimmen darüber ab, welche Erklärung die Beste ist. Die Maschine analysiert den menschlichen Input nach semantischen Gesichtpunkten und verknüpft das Wissen, so dass automatisch Vernetzungen von verwandten Themen entstehen.
Zu schön um war zu sein? Nein!
Twick.it, die Erklärmachine (http://twick.it) macht genau das. Einfach man reinschauen und MITMACHEN!