Dank einer eitrigen Angina hatte ich letzte Woche Zeit, mich der Lektüre von PR im Social Web. Das Handbuch für Kommunikationsprofis zu widmen. Geschrieben haben es Marie-Christine Schindler und Tapio Liller. Aufmerksam wurde ich auf den PR-Leitfaden übrigens durch eine lobende Rezension der von mir geschätzten Medienjournalistin Ulrike Langer, die ich per RSS-Feed erhielt. (Auch ein Beispiel für erfolgreiche PR-Aktivität im Social Web.)
Genug der Vorrede: PR im Social Web ist nicht nur für internetausdruckende Hauptstadtjournalisten, sondern auch für erfahrene Social Media Nutzer ein Gewinn. Warum? Weil es nicht mit dem (offensichtlich reichlich vorhandenen) Insiderwissen protzt, sondern die einzelnen Facetten des Social Web im Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit strukturiert aufschlüsselt – und dabei auf Marketing-Chinesisch weitestgehend verzichtet. Dennoch überrascht das Buch einen gestandenen Texter wie mich immer wieder mit Bonmots, die wichtige Erkenntnisse des Social Media Phänomens in klarem Deutsch auf den Punkt bringen. Hier ein paar Leckerbissen:
Steve Farnsworth zeigt uns in einer Slideshare-Präsentation, wie einfach Social Media Monitoring sein kann.
So ein Social Media Workshop ist doch eine heilsame Angelegenheit. Man wird wieder geerdet und sieht die Welt aus analogen Augen. Was für den Digital Native selbstverständlich ist – nämlich der Dialog auf Augenhöhe – ist für den Kommunikationsverantwortlichen, der mit Oneway-Kommunikation in Zeitung, PR und Anzeigen groß geworden ist, ein großes Abenteuer. Und er hat Angst. Angst in aller Öffentlichkeit Fehler zu machen. Darum meine rhetorische Frage ins große Web 2.0 hinein: Wie nimmt man diese Angst vor Kontrollverlust?
Am Freitag habe ich bei Kemper einen Social Media Workshop durchgeführt. Damit hat nach Ejot und Hensel nun schon das dritte B2B-Unternehmen in letzter Zeit von mir eine Einführung in die Welt von Facebook, Twitter, Twick.it und WordPress bekommen. Der Trend ist klar: Die Hidden Champions Deutschlands, die mittelständischen B2B-Unternehmen, wollen sich und ihre Arbeitnehmer fit machen für die neuen Kommunikationsaufgaben, die mit dem Social Media Wandel einhergehen. Sie wissen nur noch nicht wie…
Voll freudiger Erwartung sind wir gestern zu dritt nach Köln gefahren, um uns die heißesten Trends bei Direktmarketing, Social Media, Suchmaschinen und SEO präsentieren zu lassen. Alle Größen der Branche waren da: Google, Microsoft, ebay und Yahoo – und trotzdem war ich ziemlich enttäuscht. Ja, wir haben interessante Gespräche über Affiliate Marketing (active perfomance), Semantic Targeting (CID Consulting), Inhalte fürs Handy (adesso) und Social Media Monitoring (BIG) geführt, aber ein wirkliches Top-Thema war nicht zu entdecken. Und auf unsere Standard-Eingangsfrage: „Wie können wir Ihr Angebot für mittelständische B2B-Unternehmen nutzen?“ hatten leider nur zwei Aussteller eine überzeugende Antwort.
Weiterer Wermutstropfen: Die Seminarräume waren leider hoffnungslos überlaufen und überhitzt, so dass wir auf die Vorträge „Google: Mehr Netzwerk, mehr Leistung“ und „Social Media Marketing – Erfolgsmessung von Kampagnen bei nutzergenerierten Medien“ verzichten mussten. Nur in der Debatte Hall war genug Platz. Prominente Redner waren bei der provokativen Frage „The Global Brand Debate: Digital leads the future?!“ auch vertreten – und was bekommt man als erstes gezeigt? Ein alt bekanntes YouTube-Video über die erstaunlichen Wachstumszahlen des Social Web. Na toll. Klar, ist im Social Web viel los. Aber man muss hier doch zwischen Katzenfotos und Kundenkontakten unterscheiden. Weiterlesen »