Wer bin ich, wenn ich online bin?

Gedanken zu Nicholas Carrs Buch: „Wer bin ich, wenn ich online bin… und was macht mein Gehirn solange?“

In den letzten Monaten war ich weniger „social“, habe weniger gebloggt, getwittert und geteilt. Stattdessen habe ich mehr gelesen. Um mich auf mich selbst zu besinnen, habe ich meine Social Media Aktivitäten zurückgefahren. Dabei haben mir einige Bücher gute Dienste geleistet – unter anderem „Wer bin ich, wenn ich online bin…“ von Nicholas Carr. Warum ich das erzähle? Weil ich glaube, dass jeder Internet-Nutzer von der Lektüre dieses Buches profitieren könnte.

Macht mich das Internet zu einem oberflächlichen Datenfresser?

  • Sie haben das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn Sie nicht online sind?
  • Es fällt Ihnen schwer, sich auf längere Texte zu konzentrieren – besonders wenn diese mit Hyperlinks gepflastert sind?
  • Sie können sich keine Telefonnummern mehr merken und finden sich ohne Navi nicht mehr zurecht?

Dann geht es Ihnen wie mir. Weiterlesen »

Jahresrückblick: 2011 in Blog-Posts

 
Das Beste aus 2011
 

So, bevor ich mich jetzt in die Weihnachtsferien verabschiede, habe ich noch eine Stunde für den Jahresrückblick. Was waren die (beruflichen) Dinge, die mich im vergangen Jahr am meisten bewegt haben?

Januar

Wir bauen eine Monster-Website für Schäfer Werke – mit allem Pipapo sowie einem Magento-Shop und haben dafür 3 Monate Zeit. Na, dann mal los. Für mich das erfolgreichste Projekt des Jahres. Jetzt kann es also nur noch abwärts gehen? Von wegen, denn auch mit dem Relaunch der Rittal-Website haben wir ein Projekt am Laufen, dass uns das ganze Jahr lang beschäftigt hat.

Februar

Nachdem ich mir 3 Jahre lang den Mund fusselig geredet habe, ist Social Media jetzt tatsächlich auch bei B2B-Unternehmen angekommen. Und sogar in Krankenhäusern – auch wenn sich PR-Leute mit dem Kontrollverlust noch sehr schwer tun. Außerdem lässt man mich einen Ignite-Vortrag halten. Selbst Schuld! Ich entscheide mich für eine selten dämliche Brille und das Motto „Twitter ist doof“.

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März

Ich besuche das Web Content Forum und nerve Thomas Knüwer, interviewe Ulrike Lange und blogge und twittere live von der Verantstaltung. Das hat ziemlichen Spaß gemacht.

April

Ich verliere mein iPhone – mein Kontakt-Mail-Termin-Verwaltungs-Mini-Computer-Hirn. Was soll ich nur machen? Nach ein paar Tagen Panik beschließe ich die Sache auszusitzen und berichte anschließen über diesen Entzug. Außerdem schreibe ich den erfolgreichsten Blog-Artikel des Jahres – über einen Aprilscherz. Was sagt mir das. Hat Sascha Lobo am dicken Ende doch noch Recht?

Mai

Ich habe meine erste Buch-Rezension veröffentlicht – über PR im Social Web. Sollte man öfters machen. Denn so kommt man rubbeldikatz auch mit den Autoren ins Gespräch. (Wie die Kommentare zeigen.) Nette Leute.

Juni

Wir gewinnen in kurzer Zeit mit PMD Tech, EKS Engel und Walther Henrich mehrere tolle Neukunden. Außerdem stoßen wir mit unserem langjährigen Kunden EJOT ein Mega-Projekt an. Da wir zurzeit noch in der Umsetzungsphase sind darf ich darüber natürlich noch nicht so viel bloggen.

Juli

Google bringt ein Social Network raus und die Blogosphäre steht Kopf. Auch meine eigenen Social Media Plattform geht in die Offensive und führt neue Community-Funktionen ein. Ist das wirklich schon ein halbes Jahr her? Seltsam ruhig geworden um Google+. Findest du nicht auch?

August

Dieser Monat steht im Zeichen der Region: Mein Brötchengeber traut sich an ein paar Themen ran, die hier im Siegerland heiß umstritten sind. Eins davon ist die Route 57. Über das andere werde ich im nächsten Jahr mehr berichten. Außerdem kommen zwei Siegen-Apps ins Radio, an denen ich nicht ganz unbeteiligt bin.

September

Was für ein Monat! Jetzt bloggen auch schon die Azubis von unseren Kunden! Außerdem fange ich einen öffentlichen geführten Streit mit einem meiner Lieblings-Blogger an, oute mich und verunglimpfe die Dmexco-Redner.  Ein bisschen Shitstorm muss auch mal sein.

Oktober

Facebook bestimmt die Schlagzeilen. Anfang Oktober wird die Facebook-Timeline angekündigt Jetzt kommt sie endlich auch nach Deutschland. Was B2B-Unternehmen mit/für/gegen das größte Social Network machen sollen, können, dürfen? Erst mal diesen Anti-Facebook-Text lesen und Tee trinken.

November

Der trockenste November aller Zeiten und ich muss einen SEO-Workshop vor den Staples Online-Händlern halten. Na, bravo. Nutze die Gelegenheit, mal ein paar SEO-Tipps und Tricks in einer Präsentation zu sammeln. Die kommt so gut an, dass ich da demnächst wieder hin muss. Dass nennt man wohl „übers Ziel hinausschießen“.

Dezember

Mein Reime-Blog hat über 27.000 Besucher in einem Monat und Wachstumsraten von knapp 50 %. Warum? Weil ich bei Google unter dem Suchwort Weihnachtsreime ganz gut gelistet bin. SEO lohnt sich also doch. Selbst wenn man nichts zu verkaufen hat.

In diesem Sinne wünsche ich allen conception Blog-Lesern ein entspanntes Fest mit möglichst wenig Weihnachtsstress.

Ich freue mich auf 2012!

Die neue Facebook Timeline: Zum Freuen oder Fürchten?

Vom Briefeschreiber zum Blogger zum Biografen

Ich bin ein Mann des (geschriebenen) Wortes. Schon immer. Zuerst habe ich Songtexte und (Liebes-)-Briefe zu Papier gebracht, dann philosophische Aufsätze und fantastische Erzählungen in den Computer getippt, heute poste ich Blog-Artikel, Tweets und Facebook-Kommentare auf externen Social Media-Plattformen. In den letzten 20 Jahren habe ich mir oft gewünscht, dass es eine Anwendung gäbe, auf der ich alle meine (schriftlichen) Gedanken sammeln und sortieren könnte. Eine Plattform, die mir ein Spiegelbild meiner Selbst vorhält, auf der ich mich und meine Entwicklung abbilden und entdecken kann. Mit der neuen Facebook Timeline geht dieser Wunsch jetzt in Erfüllung. Und ich weiß nicht: Soll ich mich darüber freuen oder ist diese Entwicklung zum Fürchten?

Bevor ich versuche, diese Frage zu beantworten, werfen wir einen kurzen Blick auf die ominöse Facebook Timeline.

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Link-Tipps am 7. September

 
Link-Tipps von Sean Kollak
 

Social Media Tipps für den deutschen Mittelstand

Info-Overload? Kein Problem. Ab sofort veröffentliche ich jede Woche eine Liste mit Link-Tipps. Gibt’s doch schon? Na klar. Ich freue mich zum Beispiel jeden Morgen auf die Lesetipps von Jörg Wittkewitz. Aber bei mir soll der Fokus klar auf der deutschen Social Media Landschaft liegen. Und dann sollen meine Link-Tipps auch einen klaren Bezug zu den Fragen unserer mittelständischen Kunden haben – behandeln also Themen wie Suchmaschinenoptimierung, Employer Branding, E-Commerce, Corporate Blog, Online-Marketing, Social Media Monitoring… Dass sich gerade in Amiland der wichtigste TechBlogger mit seinem Chefs bei AOL anlegt, finde ich zwar persönlich höchst unterhaltsam, wird aber in diesen Link-Tipps nicht berücksichtigt. Auch das unselige Drama um den Klarnamenzwang bei Google+ und die empörte deutsche Blogger-Seele interessiert zwar mich, aber meine Kunden nur peripher. Selbst die sagenhafte interaktive Infografik über die Evolution des Web und die faszinierende Startup-Szene in Berlin fallen konsequenterweise durchs Raster.

Hier geht es um praktische Lektüre, die Mittelständler einen Wissensvorsprung verschaffen oder zeigen, wie andere KMU die Herausforderung Social Media angehen:

Über Feedback freue ich mich und wer Links hat, die meinem Feedreader durch die Lappen gegangen sind, kann mir gerne eine Mail schreiben. Schneller geht’s natürlich per Twitter.

B2B Online Monitor 2011

Social Media, ja – aber bitte ohne das Social

Mitte Februar ist der B2B Online Monitor 2011 erschienen – und hat in der Blogosphäre nur ein müdes Gähnen hervorgerufen. Dabei sind die Ergebnisse der Umfrage von insgesamt 220 Kommunikationsverantwortlichen eine schallende Ohrfeige für die gesamte B2B-Branche. So heißt es im Executive Summary:

„Das Internet ist immer noch mehr Informationsquelle als Kommunikationsmedium, und durch mangelnde Dialogbereitschaft liegen Potenziale gerade in den Social Media brach.“ Autsch.

„Werdet endlich erwachsen“ – Reaktionen von Bloggern

Thomas Pleil kommentiert die ernüchternden Ergebnisse des B2B Online Monitors mit den Worten: „Der Untertitel Verantwortliche zwischen Wunsch und Wirklichkeit passt nahtlos zu meinen Eindrücken.“ Karsten Füllhaas spricht von einer „hohen Diskrepanz zwischen persönlicher Nutzung [...] und dem Einsatz im Unternehmen.“ Und Uwe Knaus, der bei der Daimler AG für den Corporate Blog und die Social Media Strategie verantwortlich ist, bringt es noch trockener auf den Punkt.

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